„Political Gender Gap“

Der Trend zeigte sich etwa bei der letzten Bundestagswahl 2025. Grüne, SPD und die Linke erhielten allesamt mehr Stimmen von Frauen als von Männern. CDU/CSU, FDP und AFD hingegen wurden häufiger von Männern gewählt. Am deutlichsten zeigte sich der Unterschied bei der AFD, die 24 Prozent der Männerstimmen erhielt und nur 17 Prozent der Frauenstimmen. Noch extremer war die Diskrepanz bei den jungen Wähler*innen: Unter den 18- bis 24-Jährigen wählten 35 Prozent der Frauen die Linke, bei den jungen Männern wurde die AfD stärkste Partei. Das war keineswegs immer so. Früher wählten Frauen konservativer als Männer, wie etwa Analysen des Soziologen Ansgar Hudde zeigen. Die Bundestagswahl 2025 war die erste in der Geschichte, bei der alle Parteien links der Mitte häufiger von Frauen und alle Parteien rechts der Mitte häufiger von Männern gewählt wurden. Auch die Grünen erhielten in ihren Anfangsjahren mehr Stimmen von Männern als von Frauen.

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