Basis in Fahrt
Wie überzeugt man Menschen von E-Mobilität? Im Landkreis Göppingen setzt der Ortsverband auf persönliche Begegnungen und praktische Einblicke. Dabei zeigt sich, welche Fragen rund ums elektrische Fahren die Leute bewegen.
- Claudia Teibler
Lesezeit: 2 Minuten
Quelle: privat
4,1 Prozent betrug 2025 der Anteil von E-Autos an den in Deutschland zugelassenen Pkw. Nach Verkehrswende klingt das noch nicht. „Viele Menschen haben tiefsitzende Vorbehalte, die möglicherweise auch darin begründet sind, dass sie etwas Wärmendem wie Feuer mehr Vertrauen entgegenbringen als etwas Beängstigendem wie Strom“, vermutet Rainer Vogl, Psychotherapeut und Vorstandsmitglied des Grünen-Ortsverbands Voralb im Kreis Göppingen in Baden-Württemberg.
Vogl ist Verfechter der E-Mobilität, seit ihn vor mittlerweile 45 Jahren ein WG-Mitbewohner, der Physik studierte, von der Ineffizienz der Verbrennertechnologie überzeugte. Heute treibt ihn die Frage einer effektiven und umweltverträglichen Mobilität immer noch an und um. Um die Begeisterung fürs elektrische Fahren weiterzutragen und so den Wandel auf den Straßen voranzubringen, riefen Vogl und einige Gleichgesinnte aus seinem Ortsverband deshalb vor mehr als zwei Jahren den Event „E-Auto: Look and Feel“ ins Leben.
Sie trommelten auf einem großen Firmenparkplatz rund 20 E-Auto-Besitzer*innen mit unterschiedlichsten Fahrzeugen zusammen – vom Minimobil bis zum Kult-Sportwagen. Neugierige Besucher*innen konnten sich die Autos ansehen und die E-Mobilist*innen mit ihren Fragen löchern. Auch „Testsitzen“ war möglich.
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In entspannter Atmosphäre versuchen E-Mobilisten Vorbehalte im Hinblick auf E-Mobilität zu widerlegen. So wollen sie die Verkehrswende auch in Baden-Württemberg auf die Straße bringen.
Die Veranstaltung kam gut an. Deshalb haben die Grünen aus der Umgebung von Göppingen – meist in Kooperation mit anderen Ortsvereinen im Kreis – nun schon vier Mal solche E-Auto-Events durchgeführt. Die Fragen der Besucher*innen sind oft spezifischer als erwartet: „Leute, die sich zuvor noch gar nicht mit E-Autos beschäftigt haben, kommen kaum. Die meisten stehen unmittelbar vor dem Autokauf, haben sich eingehend informiert und sind an unseren Erfahrungen in der Praxis hochinteressiert.“
Die Vorbehalte gegen E-Autos, berichtet Rainer Vogl, betreffen vor allem drei Punkte: die Reichweite einer Batterieladung, die Lebensdauer der Batterie und die Lade-Infrastruktur. Viele Zweifel können Vogl und seine Mitstreiter*innen schnell ausräumen oder zumindest dämpfen. Die Akkus seien inzwischen genauso langlebig wie die Autos selbst. Auch die Reichweite habe sich bei der aktuellen E-Auto-Generation deutlich verbessert. Ladesäulen gebe es auch im ländlichen Raum mittlerweile ausreichend. Nur beim uneinheitlichen Bezahlsystem für den Autostrom sieht Vogl noch Nachbesserungsbedarf seitens der Anbieter und der Politik.
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Rainer Vogl vom Ortsverband Voralb im Kreis Göppingen hat zusammen mit Gleichgesinnten die Veranstaltungsreihe „E-Auto: Look and Feel“ ins Leben gerufen.
Im Moment sind es jedoch nicht allein die Bemühungen des Grünen-Ortsverbands Voralb, sondern vor allem die hohen Spritpreise, die die Nachfrage nach E-Autos auf der Schwäbischen Alb – genauso wie im restlichen Deutschland – in die Höhe treiben. Im Umkehrschluss vergrößert das gestiegene Interesse auch den Informationsbedarf. Die Stunde für Veranstaltungen wie „E-Auto: Look and Feel“ ist also günstig.
Wer es dem Baden-Württembergischen Ortsverband gleichtun und auch ein Info-Event zur E-Mobilität anbieten will: Nötig sind ein geeigneter Parkplatz, an dem auch „Laufkundschaft“ vorbeikommt, genügend E-Auto-Begeisterte, Infomaterial (zum Beispiel Mustersteckbriefe zu den einzelnen Fahrzeugen) und die Bewerbung des Events in der Lokalpresse oder auf Plakaten. Und noch ein Tipp: Wenn es eine Kleinigkeit zu essen und trinken gibt, steigert das die Gesprächsbereitschaft und Verweildauer der Besucher*innen enorm.
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● Von
- Elisa Holz