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Gamen für Gerechtigkeit

Nichts gehört der Vergangenheit an: Im Videospiel „The darkest files“ klären Spielende nach dem Zweiten Weltkrieg Naziverbrechen auf und führen die Täter ihrer gerechten Strafe zu. Das ist spannend, lehrreich und vor allem gar nicht so einfach.
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Lesezeit: 1 Minuten

Quelle: Paintbucket Games

Wir schreiben das Jahr 1956 in Deutschland. Die Nazidiktatur ist schon über zehn Jahre vorbei, aber die verheerenden Konsequenzen ihrer Herrschaft dauern an – auch, wenn viele Deutsche die grauenhaften Verbrechen gerne hinter sich lassen wollen. Nicht so Staatsanwältin Esther Katz. Sie ist die Hauptfigur im Videospiel „The darkest files“, das auf der diesjährigen Empfehlungsliste der Bundeszentrale für Politische Bildung für die Messe für Computer- und Videospiele „gamescom“ stand.



Katz ist eine fiktive Person. Die Fälle, die sie zur Anklage bringen will, sind es nicht. Konkret geht es um einen Mann, der im dritten Reich verschleppt und ermordet wurde. Nach dem Krieg will seine Witwe Gerechtigkeit. Aufgabe der Spieler*innen ist es, schriftliche Zeugnisse zu Tage zu fördern, Opfer und Tatverdächtige zu befragen und auf Basis der so gewonnenen Erkenntnisse eine Anklage zu zimmern, die vor Gericht vorgebracht wird. Je belastbarer die Anklage ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Naziverbrecher verurteilt werden.

Quelle: Paintbucket Games

Hauptperson im Videospiel „The darkest files“ ist die Staatsanwältin Esther Katz. Sie ist fiktiv. Die Fälle, die sie vor Gericht bringen will, sind es nicht.

Das Spiel ist trotz der angemessen düsteren Atmosphäre nicht nur in Bezug auf unsere Geschichte sehr erhellend, sondern auch eine spielerische Herausforderung für die Ermittler*innen vor dem heimischen Bildschirm. Schließlich geht es nicht nur um logische Beweisführung, sondern immer wieder auch um ethische Dilemmata und moralische Fragen. Was ist Recht, was Unrecht? Wieviel persönliche Verantwortung trägt der Einzelne unter den Bedingungen einer Diktatur? Das Videospiel ist auch wegen schwierigen Fragen wie diesen keine leichte Kost, aber spannend und lehrreich. „Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“, hat Fritz Bauer einmal gesagt. Der legendäre Generalstaatsanwalt in Hessen war in den 1950er- und 60er-Jahren eine zentrale Figur bei der Aufklärung von Naziverbrechen – gegen riesige Widerstände. In „The darkest files“ tritt er als Erzähler und Mentor auf.

Die Szenerie des spannenden und lehrreichen Videogames ist dem Thema angemessen düster gestaltet.

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