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Film-Tipp: „Kein Land für Niemand“

Der Dokumentarfilm zeigt, wie stark sich in der deutschen Migrationsdebatte die Grenzen verschoben haben – und was das für fatale Konsequenzen hat.
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Lesezeit: 1 Minute

Quelle: Nashorn Filmhaus KG

Die Regisseure des Films „Kein Land für Niemand“, Max Ahrens und Maik Lüdemann, haben selbst schon auf dem Mittelmeer Geflüchtete aus Seenot gerettet.

Was ist passiert? Wie wurde Deutschland ein Land, in dem der damalige Kanzlerkandidat und heutige Kanzler Friedrich Merz einen migrationspolitischen Entschließungsantrag zur Abstimmung stellt und dafür die Zustimmung einer als rechtsextrem eingestuften Partei in Kauf nimmt? Ein Land, in dem ein hochrangiger Politiker wie Jens Spahn öffentlich die europäische Menschenrechtskonvention in Frage stellt? Ein Land, das auf Statistiken starrt und die grausamen Methoden zur Zurückweisung von Geflüchteten an Europas Grenzen übersieht?

Die Dokumentation „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“ ist ein erschreckender, eindringlicher und unbedingt sehenswerter Film über die Radikalisierung der migrationspolitischen Debatte in Deutschland und ihre Konsequenzen für die betroffenen Menschen, für Politik und Gesellschaft. Durch Gespräche mit Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Geflüchteten und Politiker*innen – darunter auch dem grünen Europaabgeordneten Erik Marquardt – zeichnet die Dokumentation die Dynamik eines immer radikaler geführten öffentlichen Diskurses nach und sucht nach Ursachen für die politische Zäsur zu Beginn des Jahres 2025, als Friedrich Merz seinen „5-Punkte-Plan“ für rigorose Zurückweisung an den Grenzen und Ausweisungen mit den Stimmen der AfD durch das Parlament paukte.

Szenen aus der unbedingt sehenswerten Doku, für die auch der grüne Europaabgeordnete Erik Marquardt interviewt wurde.

Ziel der Regisseure Max Ahrens und Maik Lüdemann ist es, der rechtsextremen Propaganda und Diktion eine andere, eine menschliche Erzählung entgegenzusetzen. Dabei kam den beiden Filmemachern, die selbst auch im Mittelmeer Geflüchtete gerettet haben, ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Akteuren zu Hilfe – darunter Pro Asyl, Sea-Eye, Sea-Watch und German Doctors. So wurde aus dem Film ein Gemeinschaftsprojekt, das alle zum Handeln aufruft, die sich nicht damit abfinden wollen, dass Deutschland zu keinem Land für Niemanden wird.

Hol den Film in deine Stadt!

Wenn du ein eigenes Film-Event im lokalen Kino, im Kulturzentrum, an deiner Schule oder Uni organisieren willst wende dich Jörg van Bebber, joerg@dropoutcinema.org; Infos: kein-land-fuer-niemand.de

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