Grün goes Orange
Eine grüne Initiative im hessischen Oberzent macht mit orangefarbenen Bänken auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam – und informiert betroffene Frauen und Mädchen über Hilfsangebote.
- Redaktion
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Quelle: Bündnis 90/Die Grünen Oberzent
Kein Platz für Gewalt gegen Frauen und Mädchen: Elisabeth Bühler-Kowarsch auf einer der Bänke, die auf Initiative der örtlichen Grünenfraktion in der Gemeinde Oberzent aufgestellt wurden.
Die Vereinten Nationen haben die Farbe Orange einst als Symbol für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen gewählt. Doch diese Zukunft ist leider längst nicht Gegenwart. Im Gegenteil: Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein wachsendes Problem. Frauenfeindliche Straftaten, Sexualstraftaten, häusliche Gewalt und Tötungsdelikte nehmen in erschreckendem Maße zu. „Trotzdem denken viele, dass so etwas im eigenen Umfeld nicht vorkommt“, sagt Elisabeth Bühler-Kowarsch, Fraktionssprecherin der Grünen in Oberzent im südlichen Odenwald.
Elisabeth Bühler-Kowarsch engagiert sich schon seit vielen Jahren auch im Vorstand des Odenwälder Frauenhausvereins und weiß: Gewalt gegen Frauen und Mädchen gibt es leider überall. Um dieses Bewusstsein auch vor Ort zu schärfen, haben die Grünen im vergangenen Jahr einen Antrag im Oberzenter Stadtparlament eingebracht. Der Zweck: ein sichtbares Zeichen gegen Frauengewalt zu setzen. Das Mittel: eine Sitzbank, die das Gemeindeleben bereichert, zugleich aber Aufmerksamkeit für die Tragweite des Problems schafft und wertvolle Hilfen für betroffene Frauen und Mädchen bietet.
„Inspiriert hat uns ein ähnliches Projekt im Schwarzwald“, erzählt Elisabeth Bühler-Kowarsch. Dort „wanderte“ eine Bank durchs Gemeindegebiet. In Oberzent sind seit dem Frühjahr 2025 nun sogar vier Bänke in allen vier ehemals selbstständigen Kommunen fest installiert – an belebten Orten wie zum Beispiel vor dem Rathaus. „Unseren Antrag konnte man nicht guten Gewissens ablehnen“, erinnert sich Bühler-Kowarsch an die Diskussion im Stadtparlament, wo die Grünen insbesondere auch von den Frauen der SPD und schließlich auch vom parteilosen Bürgermeister in der Sache unterstützt wurden.
Der Oberzenter Bauhof hat die Bänke hergestellt und aufgestellt. „Jetzt kommt man an dem Thema bei uns am Ort nicht mehr vorbei“, sagt Bühler-Kowarsch. Auf der Rücklehne jeder Bank steht der Aufruf „Kein Platz für Gewalt an Frauen und Mädchen“ und es ist eine Tafel angebracht, mit QR-Codes und Notrufnummern für Hilfesuchende. In der näheren Umgebung hat die Aktion mittlerweile schon einige Nachahmer gefunden. Allen Beteiligten ist dabei bewusst, dass die Bänke nicht die Lösung des Problems sind. Aber ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Situation endlich besser werden muss – überall und auch vor der eigenen Haustür.
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