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„Political Girl“: Maria Aljochina über ihr Leben und Schicksal in der russischen Diktatur

In ihrem neuen Buch erzählt die Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina, wie sich Russland „in ein großes Gefängnis verwandelt hat“.

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Lesezeit: 1 Minute

Nach ihrem legendären „Punkgebet“ in der Moskauer Erlöser-Kathedrale wurden die Mitglieder des russischen Künstlerkollektivs Pussy Riot in einem aufsehenerregenden Prozess verurteilt. Der Vorwurf: „Rowdytum aus religiösem Hass“. Maria Aljochina musste zwei Jahre ins Straflager. Nach ihrer Freilassung Ende 2013 setzte die inzwischen weltbekannte Aktivistin ihre ebenso kreativen wie lautstarken Proteste gegen die russische Obrigkeit fort. Von spontanen Auftritten während der Olympischen Spiele in Sotschi bis hin zu Demonstrationen gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine folgte Aktion auf Aktion. Diese hatten drastische Konsequenzen: Aljochina wurde bedroht, drangsaliert, immer wieder verhaftet und schließlich monatelang unter Hausarrest gestellt. Über ihre Jahre vor der Flucht in den Westen 2022 hat die mutige Dissidentin nun ein erschütterndes Buch geschrieben, das in atemlosem Tempo vom Leben in Wladimir Putins Diktatur erzählt.

„Das Land wird immer mehr zum Gulag“, resümiert Aljochina. Wie schon ihr erstes, schmaleres Buch „Tage des Aufstands“ ist auch „Political Girl“ eine Montage aus Erzählschnipseln gespickt mit Zitaten aus Tagebüchern, Telegram-Chats, Lyrik und Nachrichtenmeldungen. Aljochina gelingt es so mühelos, Politisches neben Privates und Weltgeschehen neben Alltagserfahrungen zu stellen. Das erzeugt einen Sog, der die Leser*innen über 500 Seiten lang nicht mehr loslässt. Und trotz der Dramatik ihres Berichts eröffnet „Political Girl“ Räume für Hoffnung – auch durch sich verändernde Formen des Widerstands. Denn in einem Punkt ist sich Aljochina sicher: „Auch Putin kann nicht alles kontrollieren.“

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