Ein Pod voll Grünes
Raus aus der Bubble: Der Kreisverband Leverkusen geht mit seinem Podcast „Ein Pod voll Grünes“ einmal im Monat auf Sendung. Inzwischen sind das ambitionierte Team und seine ausgesuchten Gäste nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.
- Claudia Teibler
Lesezeit: 1,5 Minuten
Keine Angst vor heißen Eisen: Kreisverbandssprecher Markus Holzapfel (links) im Gespräch mit Jürgen Bandsom, dem Leiter eines Industriemuseums in Leverkusen, das durch die Finanznot der Kommune bedroht ist.
Der „Freudenthaler Sensenhammer“ ist eine Leverkusener Institution. Gerade aber steht das beliebte Industriemuseum vor einem Problem: Angesichts klammer Kassen will der Stadtrat dem Museumsteam drei Stellen streichen – für das Museum eine existenzielle Bedrohung. In der Juni-Folge des Podcasts „Ein Pod voll Grünes“ war die schwierige Lage des Museums Thema und Museumsleiter Jürgen Bandsom dazu zu Gast.
Den Podcast hat der Leverkusener Kreisverband der Grünen vor über einem Jahr ins Leben gerufen. Ziel war es, die eigene Arbeit und grüne Perspektiven vorzustellen, aber auch Themen medial Raum zu verschaffen, die in der Lokalpolitik und der lokalen Berichterstattung keine oder keine ausreichend große Rolle spielen. Inzwischen kann man den Podcast nicht nur hören, sondern auch sehen, weil das Team den „Pod voll Grünes“ zu einem Video-Podcast weiterentwickelt hat.
Das hinter dem Projekt stehende Team ist trotz dieser Umstellung gleich geblieben: Die Rolle des Hosts teilen sich Kreisverbandssprecher Markus Holzapfel, im Hauptberuf Moderator, und die Kommunikationsmanagerin Laura Herrmann, die bis vor kurzem für die Grünen auch im Leverkusener Stadtrat saß. Nicolai Jacobs, der 2025 den Wahlkampf managte und maßgeblicher Initiator des Podcasts war, ist heute Kreisgeschäftsführer und kümmert sich um Produktion, Schnitt und Distribution. Seitdem mit Video gearbeitet wird, ist auch Kameramann Simon Beckmerhagen mit an Bord – und das, obwohl er gar kein Grünen-Mitglied ist.
Sommerinterview an der frischen Luft: Markus Holzapfel interviewt die grüne Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik zu den Themen Klimaschutz, queere Rechte und Demokratie.
Als der Podcast auf Sendung ging, waren die Themen noch stark vom Wahlkampf geprägt: Grüne Kandidat*innen und ihre Positionen konnten viel ausführlicher präsentiert werden, als dies in Flyern, sozialen Medien oder auch der lokalen Presse möglich war. Inzwischen ist das Themenspektrum breiter geworden: Im Oktober 2025 beispielsweise war dank privater Kontakte Gunnar Herrmann, der ehemalige Deutschland-Chef von Ford, im grünen Podcaststudio zu Gast. Er diskutierte mit Markus Holzapfel eine Stunde lang über die Zukunft der Autoindustrie und Elektromobilität. „Solche Themen können wir in unseren sonstigen Kanälen nicht wirklich ausloten“, erklärt Holzapfel. „Aber im Dialog lassen sich auch komplexe Zusammenhänge anschaulich erklären.“
Auch in Zukunft will das ambitionierte Team in dem monatlich erscheinenden Podcast eine bunte Mischung aus grünen Perspektiven und Persönlichkeiten vorstellen, mit Leverkusener Prominenz plaudern und auch heiße kommunalpolitischer Eisen zur Sprache bringen. Das Ziel des Teams ist es „Ein Pod voll Grünes“ auch jenseits der grünen Bubble bekannt zu machen. Die Umstellung vom Audio- auf einen Video-Podcast war dabei Teil der Strategie. Zwar erhöht sich der Produktionsaufwand, weil das Gespräch nun mit drei Kameras aufgezeichnet werden muss. Dafür aber steht nun reichlich Material für Social Media-Posts zur Verfügung. Und die sind ganz wichtig, um einen Podcast bewerben zu können und noch mehr Hörer*innen auf dessen Kanäle bei Plattformen wie Spotify oder YouTube zu lotsen.
Und was ist für einen erfolgreichen Podcast sonst noch nötig? „Ein langer Atem“, sagt Markus Holzapfel. Er rät allen, die mit so einem Projekt an den Start gehen wollen: „Lasst Euch nicht irremachen, wenn ihr am Anfang nur zehn oder 20 Klicks habt, bleibt einfach am Ball.“ Für den „Freudenthaler Sensenhammer“ jedenfalls hat sich der Auftritt im „Ein Pod voll Grünes“ schon gelohnt. Eine Online-Petition für das Museum, auf die auch in der Folge hingewiesen wurde, hat mittlerweile die doppelte Anzahl der nötigen Stimmen erreicht.
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● Von
- Redaktion