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Energiewende auf Wachstumskurs

Während in Deutschland der Ausbau der Erneuerbaren Energien politisch in Frage gestellt wird, geht die Energiewende weltweit voran. Eine Momentaufnahme in Grafiken von einem globalen Trend, der nicht mehr zu stoppen ist – und der noch mehr Tempo braucht.

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Lesezeit: 4 Minuten

Wind und Sonne überholen Kohle!


Im ersten Halbjahr 2025 wurde erstmals weltweit (!) mehr Strom von Wind- und Solarkraftwerken als von Kohlekraftwerken erzeugt. Das geht aus einer Analyse der unabhängigen britischen Denkfabrik Ember hervor. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg demnach auf 5.072 Terawattstunden (TWh), die von Kohle sank auf 4.896 TWh. Damit deckt Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse nun über 34 Prozent des globalen Strombedarfs (Kohle: 33,1 Prozent). Laut Ember sei dies ein entscheidender Moment, um die Energiewende weiter zu beschleunigen; die Zahlen zeigen, „dass die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen ihren Höhepunkt erreicht oder bereits überschritten hat“. Die Erneuerbaren seien in der Lage, den steigenden Stromhunger der Welt zu stillen. Für den Zuwachs an grüner Energie sind insbesondere China und Indien verantwortlich; beide Länder bauen ihre Wind- und Solarenergiekapazitäten konsequent aus. Auch in Deutschland hat der Ausbau von Solar- und Windkraft in der Amtszeit von Robert Habeck große Fortschritte gemacht.

Historische Trendwende beim Strommix (in TWh)

Weltweite Stromproduktion, Januar bis Juni

Quelle: Ember Energy

Mehr Geld für die Energiewende

Rekordwert! Die globalen Investitionen in die Energiewende (Electrotech) knackten im Jahr 2024 die Zwei-Billionen-Dollar-Grenze. Das sind 2.000 Milliarden US-Dollar. Nie wurde mehr Geld für erneuerbare Energieträger, Stromnetze, elektrifizierten Verkehr sowie für Batteriespeicher ausgegeben, schreibt das Marktforschungsunternehmen BloombergNEF. Am meisten investierte China mit 818 Milliarden US-Dollar in die Energiewende. In Electrotech fließen aktuell laut dem Think Tank Ember etwa doppelt so viele Investitionen wie in fossile Brennstoffe.

Globale Investitionen in die Energiewende (in Mrd. USD)

Quelle: BloombergNEF

Erneuerbare günstiger als fossile Energien

Die Preise für Solarenergie-Panels sind in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gefallen. Ähnliches gilt für andere grüne Technologien wie Windkraft und Batteriespeicher. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) schreibt: „91 Prozent der neuen Projekte für erneuerbare Energien sind billiger als Alternativen mit fossilen Brennstoffen.“ Die Photovoltaik war demnach 2024 im Durchschnitt 41 Prozent günstiger als die kostengünstigste Alternative aus fossilen Brennstoffen. Onshore-Windprojekte waren sogar 53 Prozent günstiger. „Mit 3,4 US-Cent (2,9 Eurocent) je Kilowattstunde blieb Onshore-Windkraft die günstigste Quelle für neuen Strom aus erneuerbaren Energien, dicht gefolgt von der Photovoltaik mit 4,3 US-Cent (3,8 Eurocent) je Kilowattstunde.“ Das IRENA-Fazit: „Erneuerbare Energien sind nicht nur kostengünstig, sie bieten auch den Vorteil, dass sie die Abhängigkeit von internationalen Brennstoffmärkten verringern und die Energiesicherheit verbessern. Die wirtschaftlichen Argumente für erneuerbare Energien sind heute überzeugender denn je.“

Preise für Solar- und Photovoltaikmodule
(in USD pro Watt)

Energiewende auf dem Balkon

Boom bei Balkonkraftwerken in Deutschland: Im August 2025 waren bei der Bundesnetzagentur über eine Million dieser Mini-Solaranlagen gemeldet. Ein Plus von 65 Prozent innerhalb eines Jahres! Die Anlagen mit einer Anschlussleistung bis 800 Watt werden oft an Balkonen befestigt, auf Terrassen oder im Garten angebracht. Bei Sonnenschein wird der grüne Strom über eine Steckdose ins Heim der Besitzer*innen eingespeist. Die selbst produzierte Energie spart Stromkosten und leistet einen Beitrag zur Energiewende. Das Interesse an den Mini-Solaranlagen steigt weltweit, auch weil die Preise für die Panels weiter sinken. Hier geht’s zu den FAQs der Bundesnetzagentur zu Balkonkraftwerken.

Balkon-Solaranlagen in Deutschland (in Mio.)

Quelle: Bundesnetzagentur 2025

Wachstum mit weniger Emissionen

Deutschland und auch andere Länder zeigen: Die Wirtschaft kann wachsen – und der CO2-Ausstoß gleichzeitig sinken. Möglich macht dies vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien und eine größere Energieeffizienz in der Produktion, sagt das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Doch das Tempo reicht nicht aus, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Der Umstieg auf erneuerbare Energie muss weltweit weiter deutlich beschleunigt werden!

Veränderungen der CO2-Emissionen und des BIP in Deutschland

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