Please login to bookmark Close

Kämpferin vom Rhein

Mit Katrin Eder an der Spitze treten die Grünen bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an. Die gebürtige Mainzerin und Klimaschutzministerin des Landes weiß, was kämpfen heißt. Schon oft setzte sie ambitionierte Vorhaben für den Klimaschutz gegen heftige Widerstände durch. Die Kandidatin im Steckbrief.

● Von

Lesezeit: 5 Minuten

Quelle: privat

Mainzerin, Mutter, Ministerin für Klimaschutz: Katrin Eder ist die grüne Spitzenkandidatin für Rheinland-Pfalz.

Wenn in Rheinland-Pfalz am 22. März ein neuer Landtag gewählt wird, geht es für die Grünen um die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. Seit 15 Jahren schon regiert die Partei hier im Südwesten mit, seit zehn Jahren in einer Ampelkoalition. Grüne Politik hat viel bewegt im waldreichsten Bundesland Deutschlands. Nicht zuletzt dank Katrin Eder, die zwar erst 49 Jahre alt ist, aber dennoch schon seit Jahrzehnten in Rheinland-Pfalz für grüne Ziele wie Klimaschutz und die Verkehrswende kämpft.

 

Und das Wort „kämpfen“ ist in ihrem Fall keineswegs übertrieben. Schon als Umwelt- und Verkehrsdezernentin ihrer Heimatstadt Mainz trieb sie etwa den Bau einer neuen Straßenbahnlinie („Mainzelbahn“) voran, selbst als sie dafür Beleidigungen und Drohungen von Gegner*innen über sich ergehen lassen musste. Heute ist die beliebte Bahn aus Mainz nicht mehr wegzudenken. Seit 2021 führt Katrin Eder ihren Kampf auf anderer Ebene fort: Als Klimaschutzministerin des Landes setzte sie unter anderem ein ehrgeiziges Klimaschutzgesetz durch, gegen massive Widerstände. Darin ist festgeschrieben, dass Rheinland-Pfalz bereits 2040 klimaneutral werden soll – fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre früher als die EU. Beachtlich in Zeiten, in denen Klimaziele allzu oft zurückgedreht werden. Was Katrin Eder noch vorhat, verrät sie in diesem Steckbrief.

Warum Grün für Rheinland-Pfalz?

Mensch und Umwelt zu schützen ist unsere zentrale Aufgabe. Nur mit starken Grünen in Parlament und Landesregierung werden wir den Schutz unserer Demokratie und des Klimas hinbekommen.

Das bewegt die Menschen hier:

Rheinland-Pfalz ist geprägt von einem geselligen und vielfältigen Miteinander. Diese offene und lebendige Gesellschaft zu erhalten, bewegt viele Menschen. Als Pendlerland braucht es auch einen starken ÖPNV – da haben wir sehr viel erreicht und noch einiges vor.

Mich motivieren …

… die unheimlich vielen neuen Mitglieder, die sich uns in den letzten Jahren angeschlossen haben, genau wie die tausenden Menschen im Land, die sich für unsere Ziele einsetzen.

Meine drei Lieblingsorte in Rheinland-Pfalz:

Der naturbelassene rheinland-pfälzische Wald, am Frühstückstisch mit meiner Familie und ein Saal während einer Fastnachtssitzung.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat uns gelehrt …

… dass die Erderhitzung auch in Mitteleuropa eine ernstzunehmende Gefahr ist, dass die Bewältigung der Folgen des Klimawandels um ein Vielfaches teurer ist als der Klimaschutz – und dass Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist.

RLP ist beim Klimaschutz Vorreiter …

… mit unserem unbürokratischen Investitionsprogramm für Klimaschutz in Kommunen, KIPKI. Damit konnten tolle Projekte entstehen, wie eine PV-Anlage auf einem Parkplatz eines Schwimmbads – der Strom wird direkt genutzt, um die Betriebskosten des Schwimmbads zu senken. Und wir arbeiten konsequent am Ausbau der Erneuerbaren, auch für unsere Unabhängigkeit. Zwei Drittel des in Rheinland-Pfalz erzeugten Stroms kamen im Jahr 2023 aus erneuerbaren Energien – mehr als doppelt so viel wie noch 2010.

Ein schwarz-roter Rollback würde bedeuten …

… dass das, wofür wir GRÜNE seit den 80er-Jahren gekämpft und was wir erreicht haben, zurückgedreht wird. Weg mit unserem ambitionierten Klimaschutzgesetz in Rheinland-Pfalz, weg mit dem Verbandsklagerecht, um nur zwei Beispiele zu nennen – nicht mit uns!

Vertrauen gewinnen die GRÜNEN durch ...

… klare Haltung und eine klare Orientierung. Und so müssen wir auch mit den Menschen ins Gespräch gehen.

Lieber E-Bike oder Mainzelbahn?

Auf dem Fahrrad bekomme ich nach einem harten Tag den Kopf frei, die Straßenbahn bringt mich auch den langen Weg bis auf den Lerchenberg. Multimodal heißt das Zauberwort! Deshalb wollen wir im ganzen Land Mobilitätsstationen schaffen, die das Umsteigen von Rad oder Auto auf Bus oder Bahn erleichtern.

Eine Fahrt von Mainz in die Vulkaneifel …

… sollte für alle Menschen mit dem Deutschlandticket erschwinglich sein und gerne mit Zügen und Bussen passieren. Die sind aufeinander abgestimmt, was ich mit unserem Landesnahverkehrsplan gerade umgesetzt habe. Der erste Nahverkehrsplan bundesweit, der Bus und Bahn zusammen denkt!

Das Deutschland-Ticket muss künftig ...

… bezahlbar für alle bleiben. Es macht Mobilität günstiger, gerechter und klimafreundlicher. Diese Erfolgsgeschichte wird von mir in der Landesregierung mit vollem Engagement fortgeschrieben. Und: Für Schülerinnen und Schüler, Studis und Azubis muss das Deutschlandticket kostenfrei werden.

Lieber Kompromiss oder Kontroverse?

Die Kontroverse holt das Maximum heraus, der Kompromiss besiegelt das Ergebnis. Für nachhaltigen Erfolg muss beides Hand in Hand gehen.

Bezahlbarer Wohnraum ist …

… eine der großen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit. Großes Potenzial sehe ich in der Umnutzung von bestehendem Wohnraum, gerade wenn er mal zu groß wird, oder ein Dach ausgebaut werden kann. Das wollen wir deutlich mehr fördern.

Als Mutter von zwei Jungs ...

… weiß ich, vor welch großen Hürden gerade Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen. Kinder und Karriere gleichzeitig zu ermöglichen, ist eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit, der Chancengleichheit und der Fachkräftesicherung. Deswegen braucht es dringend den Ausbau von Ganztagsangeboten.

Für alle Kinder in RLP will ich, ...

… dass deren Chancen nicht mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängig sind. Das heißt vor allem: ein Schulsystem, das das einzelne Kind in den Blick nimmt und Bildungsgerechtigkeit schafft.

Meine Freund*innen schätzen an mir …

… meine gute Laune, meine unerschöpfliche Energie und meine Hartnäckigkeit für die gute Sache.

Ich bin meiner Heimat Mainz immer treu geblieben, weil …

… sie mir Wurzeln und Flügel verliehen hat. Hier brummt das Leben der Metropolregion Rhein-Main, gleichzeitig ist sie die Pforte zum ländlich geprägten Rheinland-Pfalz. Ein erfolgreiches Land muss beide Realitäten im Blick behalten.

Ein echter Mainz-05-Fan …

… bleibt dem Verein auch treu, wenn er gerade mal nicht oben mitmischt. Ich bin Mitglied, mein erstes Spiel war 1996. Bei manchen Spielen bin ich 1000 Tode gestorben – aber beim Mitfiebern kann ich gut abschalten.

Mein Guilty Pleasure:

Süß-saures Fruchtgummi

Das geht gar nicht:

Fenchel-Anis-Kümmeltee!

Mein schwerster Moment als Politikerin war …

… als ich drohende und beleidigende Nachrichten nicht nur online, sondern auch postalisch bekommen habe.

Darum bin ich dennoch gerne in der Politik:

Weil ich jeden Tag aufs Neue dafür arbeiten darf, die Welt ein bisschen besser zu machen. Und es ist noch so viel zu tun!

Freiheit heißt für mich:

Wenn auch meinen Kindern zukünftig noch alle Chancen offenstehen – für ein selbstbestimmtes Leben in einem unabhängigen Land und auf einem lebenswerten Planeten.

Mein Angebot für Rheinland-Pfalz:

Mit voller Leidenschaft Mensch, Umwelt und unsere Demokratie zu schützen. Ich stehe für Klimaschutz, ein gerechtes Bildungssystem, bezahlbares Wohnen für alle, eine offene Gesellschaft und Mobilität, die verbindet. Deshalb streite ich für ein starkes GRÜNES Ergebnis am 22. März bei der Landtagswahl.

Zur Person

Katrin Eder, geboren 1976, ist Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz. In ihrer Geburtsstadt Mainz hat sie Politikwissenschaft, Soziologie und Öffentliches Recht studiert und war von 1999 bis 2011 Mitglied des Stadtrats. Danach bekleidete sie zehn Jahre lang das Amt der Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr der Landeshauptstadt Mainz, ehe sie ins Klimaschutzministerium wechselte – zunächst als Staatssekretärin und seit Dezember 2021 als Ministerin. (Bild: Christof Mattes)

Das könnte dich auch interessieren …

Please login to bookmark Close

Gewonnen!

Ganz große Freude: Nach einer fulminanten Aufholjagd hat Cem Özdemir die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Eindrücke in Bild und Text von einem historischen Wahlabend.

● Von

Please login to bookmark Close

Headhunter für eine bessere Welt

Rutger Bregman versammelt in seiner „School for Moral Ambition“ einen Pool von Talenten aus Wirtschaft und Wissenschaft, um gemeinsam die großen Probleme der Welt zu lösen. Warum Idealismus so attraktiv ist, verrät er im Interview.

● Von

Please login to bookmark Close

Natural Born Brückenbauer

Cem Özdemir und der Journalist Gero Günther kennen sich seit einem halben Jahrhundert. Am 60. Geburtstag des grünen Politikers treffen sie sich zu einem Spaziergang durch die Stuttgarter Weinberge.

● Von

Nach oben scrollen